Zukunftsfähig dank Selbstorganisation

netzwerk-n e.V.

Wirkungsfeld:
Transformation

Nach 4 Jahren Förderung endete im Oktober 2018 das Projekt „zukunftsfähige Hochschulen gestalten“ von netzwerk-n. Statt mit einem großen Fördermittelgeber wird es das zehnköpfige Team mit vielen unterschiedlichen Unterstützern zu tun haben. Welche strukturellen Veränderungen werden für den kollegial geführten Verein durch diese veränderten Rahmenbedingungen nötig?

Unsere Herangehensweise

In einem Workshop betrachteten wir die organisatorischen und strukturellen Fragen losgelöst von den Personen. Dabei arbeiteten wir mit fiktiven Szenarien, mit deren Hilfe wir zur Verfügung stehende Fördermittel und daraus finanzierbare Vollzeitstellen darstellten.

Schritt 1: Gemeinsam und in Kleingruppen erarbeitete das Team einer Übersicht aller Aufgaben, die es im Rahmen der Vereins- und Projektarbeit zu erledigen gibt. Anschließend wurden die identifizierten Aufgaben geclustert und ihrem übergeordneten Themenkreis zugeordnet. Der Clou: durch die Benennung der zeitlichen Aufwände je Aufgabe/Woche konnte anschließend auch die notwendige Arbeit in den Bereichen besser zeitlich eingeschätzt werden.

Schritt 2: Durch die Verknüpfung jener Bereiche, die regelmäßig miteinander ihre Informationen und Entscheidungen austauschen müssen, erarbeitete das Team einen ersten möglichen Organisationsaufbau für netzwerk-n. Zunächst nur im Rahmen der Szenarien, aber bereits im folgenden Schritt 3 spielerisch ergänzt um Verantwortung tragende Rollen: Vorstand, Projektteam, Studierende – im Tandem oder alleine.

Unser Fazit

Am Ende des Tages hatte sich das Team von netzwerk-n nicht nur ein mögliches Konstrukt ihrer Organisation und die notwendige interne Kommunikation erarbeitet. Klar war nun auch, wie Lösungen zu diesen Fragen in Zukunft selbstorganisiert erarbeitet werden können. Und zu guter Letzt gab der gemeinsame Tag dem Team die Möglichkeit, sich seit langer Zeit mal wieder in voller Stärke an einem Ort zu treffen und moderiert über wichtige Aufgaben und deren Prioritäten diskutiert.

Wir wünschen netzwerk-n viel Erfolg für die Zukunft!

Organisationsstrukturen selbstorganisiert erarbeiten

Selbstorganisation – oder auch: die kollegial geführte Organisation – ist eine Form der Zusammenarbeit, bei der die eigenen Strukturen und Prozesse gemeinschaftlich im Team entwickelt werden. Aufgezwungene bzw. personenbezogene Hierarchien werden aufgebrochen und situativ nach Sinnhaftigkeit für das System und nach Kompetenzen vergeben. Wichtig bei kollegial geführten Unternehmen: das ist kein „No Man’s Land“, wo es keine Regeln gibt und alles irgendwie gemacht wird. Es gibt Regeln, es gibt Vorgaben, es gibt Entscheidungsprozesse  – aber eben alles zuvor gemeinsam festgelegt.

Kreisförmige Organisationsstrukturen – aber wie?

Kollegial geführte Organisationen können, wie alle anderen Organisationen auch, in unterschiedlichen Strukturen organisiert sein: in der klassischen Pyramide oder auch kreisförmig, wie bei netzwerk-n. In kreisförmigen Organisationsstrukturen kommen kleine Teams mit maximal zehn Personen zu unterschiedlichen Themen zusammen (zum Beispiel zu Personal- und Teamentwicklung, Finanzen, Kommunikation). Teil des Team sind all die Personen, die nach Kompetenz, nach Motivation und nach Bedarf dabei sein wollen/sollen. Eine Person übernimmt die Führung, das heißt er oder sie sorgt dafür, dass Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden.

Kreisförmige Organisationsstrukturen – aber wozu?

Idealerweise arbeiten die Personen in mehreren Kreisen, sodass ein Wissensaustausch gewährleistet und Silo-Denken vermieden wird. Durch diese Aufteilung fallen ineffiziente „Dienstwege“ weg und es arbeiten vor allem die Menschen in den Kreisen, die die Expertise oder die Motivation dazu haben. Der Informationsausfluss zwischen den Kreisen ist „natürlich“ enstanden und wird damit auch im Arbeitsalltag genutzt. Insgesamt ist die Organisation deutlich agiler, wenn es darum geht, schnell auf komplexe und neue Probleme zu reagieren.

Das Projektteam

Leena Jäger
Raumarchitektin
netzwerk-n e.V.

Netzwerk-n wurde im Dezember 2010 im Zuge der Tagung „Hochschulen für Nachhaltige Entwicklung“ in Berlin gegründet. Er ist seit 2012 ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zeigt er Wege auf, wie Studierende, Promovierende und junge Berufstätige an der Konzeption einer Hochschullandschaft in nachhaltiger Entwicklung mitwirken können. Das Netzwerk fungiert einerseits als Vernetzungsplattform, andererseits nimmt es aktiv Einfluss auf die Wissenschaftspolitik und steht im intensiven Austausch mit Akteuren wie dem BMBF, der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Rat für Nachhaltige Entwicklung.

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