Menschen gehen, Daten bleiben

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

Unsere Leistungen: Design, Konzeption, Webentwicklung

Ausgangslage

Schon der gewöhnliche Nachlass findet eher wenig Beachtung, vor allem bei Jüngeren. Der digitale Nachlass jedoch ist noch weniger bekannt. Was passiert mit meinen Daten, wenn ich sterbe? Wer kündigt meine laufenden Rechnungen? Die Regeln in der digitalen Welt haben noch nicht ihren Weg in die Gesetzestexte gefunden, jeder Anbieter hat seinen eigenen Umgang mit Daten und Zugängen.

Diese Wissenslücke wollte der vzbv mit einer Kampagne zum Thema „digitaler Nachlass“ schließen helfen. Die Frage: Wie macht man aus den beiden unpopulären Themen Tod und Datensicherheit eine öffentlichkeitswirksame Kampagne? Wigwam wurde beauftragt, einen erzählerischen Rahmen, ein gestalterisches Konzept sowie die gestalterische und technische Umsetzung zu liefern.

Die besondere Herausforderung: Wie schafft man eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Tod, die aber nicht zu ernst oder gar makaber ist? Und wie schaffen wir es, das Thema so aufzubereiten, dass wir nicht in eine ganz breite Datenschutzdebatte abdriften? In einer angemessenen Tonalität entwickelten wir eine crossmediale Kampagne, die aus datenschutztechnischen Gründen nur sehr eingeschränkt auf die Dienste von Google und Facebook zurückgreifen durfte.

 

Die Idee

Wir wollten Verbraucherinnen und Verbraucher über die Notwendigkeit und Bedeutung des digitalen Nachlasses informieren und zur aktiven Auseinandersetzung und Handlung befähigen. Kreativ motivieren statt zu verschrecken. Mit dem Kampagnen-Claim #machtsgut fanden wir die Mischung aus seriösem und glaubwürdigem Stil, kombiniert mit kreativem Mut und motivierendem Aufruf.

 

Learnings

Vor der Konzeption haben wir einen Themenabend zum digitalen Nachlass veranstaltet. Mit dabei: ein Bestatter, ein Bachelor-Student, der sich mit den Design-Aspekten des Todes auseinandersetzt und weitere Personen, die sich mit dem Thema Tod beschäftigen. Sie trafen auf andere Personen, die das (noch) nicht tun. Dieser Abend führte u.a. dazu, dass wir unseren Zielgruppenfokus verschoben und die Tonalität geschärft haben.

 

Resonanz

Die Resonanz auf die Kampagne war enorm und kam von ganz unterschiedlichen Seiten: von interessierten Verbrauchern und Journalisten, politischen Akteuren oder auch Nachlass-Dienstleistern, die sich angegriffen fühlten durch die Kampagne. U. a. berichtete „ZDF heute“ zum Kampagnen-Start, 8.000 Menschen machten in den ersten 2 Wochen den Datentest auf der Kampagnen-Seite. Die Social-Media-Reaktionen wurden in einem Storify-Board zusammengetragen.

#machtsgut hat es geschafft, die Debatte zu befeuern und neue Impulse zu setzen. Dass die Meinungen kontrovers waren und geblieben sind: voll okay. Bei einem so persönlichen und vielschichtigen Thema kann es gar nicht nur eine klare Meinung geben.

Das Projektteam

Eugen Friesen
Dichter
Matthias Riegel
Dramaturg

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

Der vzbv sorgt dafür, dass die Stimme der Verbraucherinnen und Verbraucher Gehör findet - in Politik, Wirtschaft und Medien.

Hier geht es zum Projekt