Dragon Dreaming: mit dem Drachen tanzen

Festival der Utopie

Unsere Leistungen: Workshops

Ausgangslage

Tja, womit beginnt ein Workshop auf einer Konferenz, die sich „Festival der Utopie“ nennt? In unserem Fall mit der Anfrage, rund um das Thema „Arbeit“ einen 2-tägigen Workshop zu gestalten. Die Teilnehmenden: Menschen zwischen 18 und „gefühlten 35 Jahren“ aus der Region Braunschweig. Das Ziel: innovative Ideen für die Region zu spinnen, die im Anschluss einer Delegation aus Politik und Wirtschaft anbefohlen werden. Der Ort: eine ehemalige Industrieanlage im kleinen niedersächsischen Örtchen Ilsede. Der Spirit: vogelfrei zwischen Plantschbecken, Pagoden-Zelten und Jonglier-Training. Wie soll man denn da über Arbeit nachdenken?!

Idee

Die Methode „Dragon Dreaming“ wollten wir spätestens ab dem Zeitpunkt einmal ausprobieren, als unsere Wigwam-Freundin Anja Adler damit erfolgreich ein Floßprojekt umgesetzt hat. Ohne viel darüber zu wissen, fanden wir: Irgendwie passt das zu diesem besonderen Festival, bei dem neue Ideen entwickelt werden sollen.

Da wir uns seit Gründung von Wigwam intensiv mit dem Thema Teambuilding beschäftigen (mussten), kombinierten wir diese beiden Felder zu einem neuen Workshop-Format. Der Titel: “Liebe dein Team und es ist egal, welchen Job du machst.“ Wir hatten uns also nichts weniger vorgenommen, als mit einer bislang quasi unbekannten Methode ein neues Team rund um die eigenen Träume zu bauen. Mal schauen…

Learnings

Unsere 20 Workshop-Besucherinnen und -Besucher schätzen besonders, dass sie sich erst einmal völlig unvoreingenommen kennenlernen durften. Statt einer steifen Vorstellungsrunde zu den Fragen „Wer bin ich?“ „Was ist mein Job?“ und „Wo komme ich her?“ schickten wir unsere Drachen-Gruppe gleich zur ersten Challenge. Die Aufgabe, als Team in 15min den höchsten Turm aus allen verfügbaren Materialien zu bauen, führte zu waghalsigen Balanceakten (s. Bild) und ersten Teamstrukturen.

Festival der Utopie / Dragon Dreaming

Um uns selbst mit Dragon Dreaming vertraut zu machen, nutzten wir das Handbuch Dragon Dreaming von Ilona Koglin. Vielen Dank für die gute Dokumentation der Methode!

Die 4 Dragon-Dreaming-Phasen Träumen, Planen, Machen, Feiern strukturierten unseren gesamten Workshop und ließen 3 Träume modellartig Wirklichkeit werden. Besonders fruchtbar waren unsere Traumkreise: Alle hatten je einen Traum frei („Was würdest du gern mit dieser Gruppe einmal wagen?“), der dann in kleinen Teams weiter geträumt wurde. Dabei gilt die 100%-Regel: Biete nur an, was du wirklich, wirklich beitragen willst zum Traum!

Aber auch die anderen Methoden, die Dragon Dreaming vorschlägt, konnten wir sinnvoll in unser Projekt einbauen:

  • Pinakarri, aus der Aborigine-Sprache für „tiefes Zuhören“: kurze Stillezeiten von 30-60s, die von jedem Teilnehmenden buchstäblich „eingeläutet“ werden können
  • Objective Setting: gemeinsame Definition und Kategorisierung von Zielen, die zur Verwirklichung des Traums erreicht sein müssen
  • Karabirrdt, aus der Aborigine-Sprache für „Spinnennetz“: ein Raster, um den Zielen alle zugehörigen Aufgaben zuzuordnen. Dabei werden die Aufgaben nach den Projektphasen – Träumen, Planen, Machen, Feiern – sortiert und außerdem nach ihrem Wirkungsumfeld befragt. Ist die Aufgabe auf Ebene der Umwelt und Gesellschaft anzusiedeln oder auf einer individuellen bzw. Team-Ebene? Erst wenn alle Bereiche des Karabirrdt in diesem Sinne gleichmäßig mit Aufgaben befüllt sind, werden diese mit Songlines, Verbindungslinien, in chronologischer Reihenfolge vernetzt. Voilà, ein Spinnennetz!
Festival der Utopie / Karabirrdt

Grafik aus der „PDF-Vorlage für Handout für Dragon Dreaming Introduction Workshops“ von Ilona Koglin

 

Die beste Erfahrung aus unserem Workshop: Wie aus einer Gruppe von Unbekannten tatsächlich Mitstreiter wurden, die nun gemeinsam an 3 Projekten weiterarbeiten wollen.

Übrigens: Die Bezeichnung „Dragon Dreaming“ lässt sich am besten mit Rainer Maria Rilke erklären. Er schrieb 1904 in einem Brief an einen Freund:

„Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen. Vielelicht ist alles Schreckliche im tiefsten Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will.“

Die Drachen in unserem Innern also nicht zu fürchten, sondern sie zum Tanz aufzufordern – das will Dragon Dreaming ermöglichen.

Resonanz

Hier lassen wir eine Teilnehmerin stellvertretend für die ganze Workshop-Gruppe sprechen:

„Der Workshop war soooo klasse und ich bin begeistert, was man mit dieser tollen Methode so in kürzester Zeit anpacken kann.“

Ein weiterer Indikator für erfolgreiches Teambuilding: Unsere Workshop-Gruppe war immer die letzte, die abends noch zusammen am Plantschbecken saß. Man wollte sich kaum mehr trennen von den neuen Freunden, mit denen man gemeinsam den Drachen das Tanzen gelehrt hatte.

Das Projektteam

Claire Born
Prozessgestalterin
Maike Janssen
Analog-Expertin

Festival der Utopie

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