Die Wigwam Genossenschaft

von am 14.09.2016

 

Wir lieben das Miteinander. Und Selbstorganisation. Deshalb ist eine Ausprägung unserer gemeinsamen Kultur, dass wir viele Entscheidungen als Team treffen. Von der Auswahl der Projekte und Kunden, über die Festlegung der künftigen Unternehmensstrategie bis zur Ausgestaltung interner Vorhaben werden alle aus dem Team beteiligt. Themen, die eine große Tragweite haben und das Wigwam im Innersten betreffen, werden vertrauensvoll in selbstorganisierten Arbeitskreisen gemeinsam durchgepflügt und gesät, damit sie danach im Team wachsen können, wie z.B. bei unserem Gehältermodell oder unserem Wettbureau.

Und so begann im Februar 2016 unser bisher größtes internes Vorhaben. Wir begaben uns auf den Weg, für unsere Vorstellung von gemeinschaftlichem Wirtschaften einen neuen Rahmen zu finden. Schnell wurde klar, dass eine andere Rechtsform her musste. Vor allem wollten wir damit die Verantwortungslücke schließen, die sich ergibt, wenn (fast) alle mitentscheiden, aber im Zweifel nur die Gesellschafter*innen und Geschäftsführer*innen einer GmbH haften. Stichwort: Verantwortung (er)tragen.

Nach intensiven Auseinandersetzungen mit verschiedenen Rechtsformen, z.B. im Austausch mit anderen Organisationen, durch die Beratungen mit einem Anwalt und dem Steuerbüro sowie vielen Lese- und Diskussionsstunden, entschieden wir uns im März schlussendlich für die Genossenschaft. Das bedeutet: Alle Mitarbeiter*innen tragen das Wigwam ab jetzt gemeinsam. Unsere Ausrichtung ändert sich dadurch nicht. Sie wird allerdings durch den Aspekt verstärkt, der bei der Genossenschaft im Vordergrund steht: die Förderung der Mitglieder.

 

Zum Wohle, Mitglieder!

Ein Auszug aus dem Genossenschaftsregister bringt das auf den Punkt:

„Gegenstand der Genossenschaft ist es, Kommunikation für einen ökologischen, sozialen Wandel und für gesellschaftlich wirkungsvolle Projekte zu betreiben. Dieses Ziel besteht nicht nur im Umgang mit Partnern und Kunden, sondern auch und gerade in den internen Prozessen, Umgangsformen und sozialen Standards der Genossenschaft.“

Zu den wichtigsten Vorteilen der Genossenschaft gehören aus unserer Sicht folgende Punkte:

Kein Profit mit Anteilen: Jedes Mitglied zahlt seinen Anteil und bekommt genau diesen wieder zurück, wenn es austritt. Es ist also grundsätzlich keine Spekulation durch eine Wertsteigerung von Anteilen möglich. Vielmehr ist das Ziel die Förderung der Mitglieder.

Gleichberechtigung: Jedes Mitglied hat bei Abstimmungen jeweils eine Stimme, ganz egal wie viele Anteile er oder sie besitzt.

Risiko auf vielen Schultern: Der Ein- oder Austritt ist unbürokratisch, bedarf keines Notars und keiner Unternehmensbewertung. Diese Flexibilität schafft eine sehr niedrige Barriere Mitglied zu werden und sich mit einem Anteil am Kapital zu beteiligen. Damit wird das finanzielle Risiko von allen gemeinsam getragen, und die Verantwortung der Haftung breit verteilt. Das entlastet das einzelne Mitglied.

Wahlen statt Besitz: Die leitenden Funktionen Vorstand und Aufsichtsrat werden auf der Versammlung aller Mitglieder demokratisch gewählt.

Mehr Perspektiven: Aufsichtsrat und Prüfungsverband stellen sicher, dass im Sinne des Unternehmens und der Mitglieder gehandelt wird. Wir sehen darin nicht in erster Linie mehr Kontrolle, sondern klare Aufgabenverteilungen und eine gegenseitige Begleitung und Beratung.

Stabilität: Die regelmäßige Prüfung durch einen Prüfungsverband schützt die Geschäftspartner*innen und Mitglieder vor finanziellem Schaden. „Die Genossenschaft ist auch aus diesem Grund seit vielen Jahren die mit Abstand insolvenzsicherste Rechtsform in Deutschland.“ Quelle

Verantwortungsgefühl füreinander: In der Genossenschaft werden die Mitglieder zu Arbeitnehmern und Arbeitgebern, die Wigwam unternehmerisch und gemeinschaftlich führen. Dazu gehört z.B. die gemeinsame Vorsorge für das Unternehmen. Außerdem möchten wir uns unserer Doppelrolle bewusst sein und sie in eine Form bringen, die dem einzelnen Mitglied Selbstbestimmung und Entfaltung ermöglicht.

Zugegeben, eine Genossenschaft zu gründen und gemeinsam zu führen bedeutet auch, sich durch ein Dickicht neuer Regeln und Vorschriften zu wühlen, die sich oft bürokratischer anfühlen, als wir es bisher kannten. Das bringt für einen kurzen Moment zwar einen erhöhten Aufwand mit sich, dennoch hatten wir auch viel Spaß daran unsere Strukturen selbst zu gestalten und an unsere Wünsche und Vorstellungen anzupassen. Und pssst … ein paar klare Regeln miteinander zu haben empfinden wir sogar als gute Grundlage, um uns von dort aus gleich wieder in die vielen Fragen, Ideen und Spiele zum Wandel in und um uns zu werfen.

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Notarielle Beglaubigung im August 2016

 

Die neue Rollenverteilung

Der Vorstand setzt sich aus sechs Personen zusammen, die jeweils in zwei Bereichen Tandems bilden. Diese Bereiche sind Personal (Katja und Sabine), Teamentwicklung (Gitanjali und Katja), Kommunikation (Matthias und Gitanjali), Kundenbetreuung/Akquise (Robert und Matthias), Finanzen und Controlling (Mariusz und Robert) und Büromanagement (Sabine und Mariusz). Durch diese Doppelspitzen stellen wir sicher, dass die verantwortlichen Personen sich gegenseitig vertreten können, Wissen ausgetauscht und eine Kultur der gemeinsamen Entscheidungsfindung gefördert wird.

Der Aufsichtsrat besteht aus vier Personen (Mathias, Julia, Eugen und Lotte) und hat vor allem die Aufgabe der rechtlich vorgegebenen Kontrolle des Vorstandes sowie die Qualitätssicherung der Arbeit im Wigwam. Dazu ist der Vorsitz (Mathias und Julia) beauftragt Entscheidungen im Vorstand anzustoßen, diese nachzuhalten und transparent zu machen sowie zu moderieren und sicherzustellen, dass diese Entscheidungen auch konsequent ins ganze Team getragen werden. Außerdem sind die Perspektiven der verschiedenen Arbeitsbereiche vertreten: Design (Mathias, Julia), Beratung (Eugen) Eigengewächse (Lotte).

Die Mitglieder unterteilen sich in aktive und investierende Mitglieder. Fast alle Mitarbeiter*innen von Wigwam sind aktuell auch aktive Mitglieder der Genossenschaft, d.h. sie sind in der Generalversammlung stimmberechtigt und wählen gemeinsam Vorstand und Aufsichtsrat.

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Im Gegensatz zur bisherigen Form, in der ein Mitwirken im Wigwam nur durch eine Anstellung oder projektweise möglich war, soll es durch einen Beitritt als investierendes Mitglied bei der Genossenschaft einfacher sein, an unserer Vision und unserem Weg teilzuhaben. Investierende Mitglieder können an der Generalversammlung teilnehmen und sich dort einbringen, haben da jedoch kein Stimm- oder Wahlrecht. Sie bekommen von uns regelmäßig ein Stückchen vom Kuchen und werden fürsorglich über die Entwicklung im Wigwam auf dem Laufenden gehalten. Ihre Anteile werden genau wie bei aktiven Mitgliedern fest verzinst (aktuell 3% p.a.).

Wer mehr zum Thema investierende Mitglieder erfahren oder eins werden möchte, besuche unsere FAQ Seite oder schreibt uns unter investieren@wigwam.im!

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Wir gründen uns neu und bleiben doch die Alten

Was wir tun, tun wir auch weiterhin mit derselben Haltung. Für unsere Kunden erzählen wir Geschichten, organisieren Begegnungen und gestalten Kampagnen. Jedoch geben wir unseren Teamstrukturen, unserer gelebten Form der Mitbestimmung und unserem Verständnis von guter Arbeit die endlich passende Behausung. Ganz im Sinne unserer Idee, dass Kommunikation langfristig nur dann gut funktioniert, wenn man auch immer wieder nach innen schaut. Wir freuen uns weiterhin sehr auf unseren gemeinsam Weg mit euch zu einer gerechten, ökologischen Gesellschaft!

 

Mehr erfahren?

Kommunikation schließt für uns den Austausch mit anderen ein. Deshalb: Meldet euch gern jederzeit per Mail/Telefon, dann beantworten wir gerne eure individuellen Fragen.

Download Satzung Wigwam eG

FAQ für investierende Mitglieder